Krebsdiagnostik-Startup Craif sammelt 22 Mio. USD ein

Globale Auswirkungen von Krebs und der Aufstieg früher Erkennungstechnologien
Krebs bleibt weltweit eine der Hauptursachen für Todesfälle, mit dem National Cancer Institute berichtet von fast 20 Millionen neuen Fällen und 9,7 Millionen Todesfällen durch Krebs im Jahr 2022. Prognosen deuten auf einen starken Anstieg auf 29,9 Millionen neue Fälle bis 2040 hin, was den dringenden Bedarf an effektiven Lösungen unterstreicht.
Als Reaktion auf diese globale Herausforderung macht Craif, ein 2018 von der Nagoya-Universität in Japan ausgegründetes Startup, Fortschritte in der frühen Krebserkennung. Das Unternehmen sammelte kürzlich in seiner Serie-C-Finanzierungsrunde 22 Millionen Dollar ein, angeführt vom bestehenden Investor X&KSK, um in den US-Markt zu expandieren und seine Forschungs- und Entwicklungsbemühungen zu verstärken. Damit beläuft sich die Gesamtfinanzierung von Craif auf 57 Millionen Dollar, mit neuen Investoren wie der in den USA ansässigen Unreasonable Group, die ihre erste Investition in ein japanisches Startup tätigte, sowie TAUNS Laboratories, Daiwa House Industry und der Aozora Bank Group. Die Finanzierungsrunde bewertete Craif mit knapp unter 100 Millionen Dollar, wie Mitgründer und CEO Ryuichi Onose in einem Interview mit TechCrunch mitteilte.
Eine persönliche Mission treibt Innovationen voran
Craifs Reise begann mit einer tief persönlichen Motivation für Onose, dessen Großeltern an Krebs erkrankten. Diese Erfahrung trieb ihn dazu, Craif zusammen mit Takao Yasui, einem Associate Professor an der Nagoya-Universität, kurz nach ihrem Kennenlernen zu gründen. Yasui hatte eine bahnbrechende Methode zur frühen Krebserkennung mittels Urin-Biomarkern entwickelt, die die Grundlage für Craifs Technologie bildete.
Onose betonte die Herausforderungen traditioneller Diagnosemethoden, wie Bluttests, die invasiv sein können und Menschen von regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen abhalten. Zudem kann eingeschränkter Zugang zu medizinischen Einrichtungen zeitnahe Krebsuntersuchungen behindern. Craif zielt darauf ab, diese Lücken mit einem nicht-invasiven Urintest zu schließen, der Krebs bereits im Stadium 1 erkennen kann.
Die Kraft von MicroRNA und Urin-basierten Tests
Craifs Ansatz nutzt microRNA (miRNA) als Biomarker, eine Wahl, die es von Wettbewerbern unterscheidet, die typischerweise zellfreie DNA (cfDNA) verwenden. Onose bemerkte, dass miRNA, die nach ihrer Verbindung mit dem Nobelpreis 2024 große Aufmerksamkeit erlangte, tief in die Krebsbiologie von den frühesten Stadien involviert ist. Im Gegensatz zu cfDNA wird miRNA aktiv von frühen Krebszellen ausgeschieden, was sie ideal für die Früherkennung macht.
Eine weitere Besonderheit von Craifs Technologie ist die Verwendung von Urin, den Onose als einfach und nicht-invasiv beschrieb. Urin hat weniger Verunreinigungen als andere Proben, liefert klarere Biomarker-Signale und reduziert Messfehler, wie sie durch Hämolyse in Blutproben verursacht werden. Dies führt auch zu Kosteneinsparungen bei den Tests.
Marktpräsenz und zukünftige Ziele
Craifs Flaggschiffprodukt, miSignal, generiert bereits in Japan Einnahmen durch die Erkennung des Risikos von sieben verschiedenen Krebsarten (Pankreas, Darm, Lunge, Magen, Speiseröhre, Brust und Eierstöcke) mittels Urin-miRNA. Das Produkt wird über Kliniken, Apotheken, Direktverkäufe an Verbraucher und betriebliche Gesundheitsprogramme vertrieben, was vielfältige Einnahmequellen bietet, die skaliert werden können.
Onose gab bekannt, dass Craif mit über 1.000 medizinischen Einrichtungen und etwa 600 Apotheken in Japan zusammenarbeitet und etwa 20.000 Nutzer bedient. Das Unternehmen beschäftigt 73 engagierte Mitarbeiter und bietet sowohl Einzeltests als auch Abonnement-Pakete an, wobei viele Nutzer letztere wählen. Im Jahr 2024 erwirtschaftete Craif 5 Millionen Dollar Umsatz und strebt bis Jahresende 15 Millionen Dollar an.
Ausblickend plant Craif, miSignal in diesem Jahr auf die Erkennung von zehn verschiedenen Krebsarten zu erweitern und bereitet sich darauf vor, seine Technologie für die Früherkennung nicht-krebsartiger Erkrankungen, wie neurodegenerative Störungen wie Demenz, einzusetzen.
Expansion in den US-Markt
Zur Unterstützung seiner Expansion in die USA hat Craif ein Forschungs- und Entwicklungslabor in Irvine, Kalifornien, eingerichtet und plant die Eröffnung eines Büros in San Diego für Geschäftsoperationen. Die jüngste Finanzierung wird die Einführung seines microRNA-basierten Tests zur frühen Krebserkennung auf dem US-Markt ermöglichen, wobei die Studien voraussichtlich um 2029 abgeschlossen und anschließend ein Antrag auf FDA-Zulassung gestellt wird.
Craif hat bereits begonnen, in Zusammenarbeit mit 30 medizinischen Einrichtungen in 15 US-Bundesstaaten Proben von Pankreaskrebs zu sammeln, was einen bedeutenden Schritt in Richtung Markteintritt in die USA darstellt.
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Eine weitere Besonderheit von Craifs Technologie ist die Verwendung von Urin, den Onose als einfach und nicht-invasiv beschrieb. Urin hat weniger Verunreinigungen als andere Proben, liefert klarere Biomarker-Signale und reduziert Messfehler, wie sie durch Hämolyse in Blutproben verursacht werden. Dies führt auch zu Kosteneinsparungen bei den Tests.
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Onose gab bekannt, dass Craif mit über 1.000 medizinischen Einrichtungen und etwa 600 Apotheken in Japan zusammenarbeitet und etwa 20.000 Nutzer bedient. Das Unternehmen beschäftigt 73 engagierte Mitarbeiter und bietet sowohl Einzeltests als auch Abonnement-Pakete an, wobei viele Nutzer letztere wählen. Im Jahr 2024 erwirtschaftete Craif 5 Millionen Dollar Umsatz und strebt bis Jahresende 15 Millionen Dollar an.
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