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Dieser amerikanische VC setzt auf europäische Verteidigungstechnologie; das ist immer noch sehr ungewöhnlich

Der amerikanische VC, der groß auf Europas Verteidigungstechnologie-Boom setzt
Während die meisten US-Risikokapitalgeber AI-Einhörner oder inländische Verteidigungs-Startups jagen, schlägt Eric Slesinger einen anderen Weg ein – einen, der direkt nach Europa führt. Der ehemalige CIA-Offizier, der zum Investor wurde, verdoppelt seinen Einsatz auf europäische Verteidigungstechnologie in der Seed-Phase, eine Nische, die die meisten amerikanischen VCs übersehen. Seine Firma, 201 Ventures, hat kürzlich einen 22-Millionen-Dollar-Fonds abgeschlossen, der darauf abzielt, die nächste Generation europäischer Verteidigungsinnovatoren zu unterstützen.
Doch was macht Slesingers Ansatz einzigartig – und potenziell weitsichtig?
Von CIA-Gadgets zu europäischen Startups
Slesingers Weg in die Investition in Verteidigungstechnologie war kein Zufall. Nach Jahren bei der CIA, wo er hochmoderne Werkzeuge für Geheimdienstmitarbeiter entwickelte, bemerkte er einen seismischen Wandel: der private Sektor wurde zu einem zentralen Akteur in der globalen Sicherheit.
„Ich bin gegangen, weil ich gesehen habe, dass der private Sektor diesen Wettbewerb zunehmend prägt – etwas, das ich immer für rein staatlich gesteuert hielt,“ erklärte er in einem kürzlichen StrictlyVC-Podcast.
Mit Abschlüssen von Stanford (Maschinenbau) und der Harvard Business School hatte Slesinger die technischen und geschäftlichen Fähigkeiten, um die Kluft zwischen Verteidigung und Risikokapital zu überbrücken. Doch was ihn wirklich auszeichnete, war seine konträre Denkweise.
„Ich habe es immer genossen, dorthin zu gehen, wo andere nicht hingehen,“ sagte er. „Bei der CIA hatten wir ein Sprichwort: ‚Geh dorthin, wo andere nicht hingehen, tu, was sie nicht tun können.‘ Das ist der gleiche Geist, den ich beim Investieren mitbringe.“
Warum Europa? Drei große Gründe
Die meisten US-Investoren ignorieren europäische Verteidigungstechnologie, aber Slesinger sieht drei große Chancen, die sie verpassen:
- Europa hat erstklassige Gründer – „Ebenso hungrig, ebenso klug wie anderswo.“
- Regierungen wachen auf – Nach Jahren der Unterinvestition modernisiert Europa nun schnell seine Verteidigungsinfrastruktur.
- Die „graue Zone“ heizt sich auf – Hybride Bedrohungen (Cyberangriffe, Desinformation, Drohnenkrieg) nehmen zu und schaffen Nachfrage nach neuen Technologien.
Die kulturelle Hürde: Verteidigungstechnologie als Tabuthema
Als Slesinger 2022 nach Madrid zog, gründete er das Europäische Verteidigungsinvestoren-Netzwerk – eine Gruppe von Unternehmern, Investoren und Entscheidungsträgern, die Verteidigungstechnologie in den Mainstream drängen. Doch er stieß schnell auf ein kulturelles Hindernis.
„In Europa galt das Investieren in Verteidigung als unfein – etwas, das man tat, aber nicht darüber sprach,“ erzählte er TechCrunch. „Gründer zögerten, in diesem Bereich zu gründen, wegen des Stigmas.“
Das ändert sich schnell. Der NATO-Innovationsfonds (unterstützt von 24 Alliierten) pumpt Kapital in Verteidigungs-Startups, und prominente Unternehmen wie Helsing (ein AI-für-Kriegsführung-Startup, das jetzt mit über 5 Milliarden Dollar bewertet wird) beweisen das Potenzial des Sektors.
Das Portfolio von 201 Ventures: Wetten auf die „graue Zone“
Slesingers Fonds hat bisher acht Investitionen getätigt, die alle auf Technologien abzielen, die Europas sich entwickelnde Sicherheitsherausforderungen angehen:
- Delian Alliance Industries (Athen) – KI-gestützte Überwachungstürme zur Erkennung von Drohnenbedrohungen.
- Polar Mist (Schweden) – Seefahrtdrohnen mit fortschrittlicher Navigation.
- Hyperschall- und Untergrundkartierung – Aufstrebende Bereiche, in denen Europa einen Vorteil hat.
Doch Verteidigungstechnologie ist kein schneller Gewinn – diese Startups brauchen oft Jahre länger, um zu reifen als typische VC-Wetten.
„Wenn du einen 10-Jahres-Fondslebenszyklus hast, musst du Wege finden, die Renditen zu beschleunigen,“ gibt Slesinger zu.
Der größere Trend: Europas Verteidigungstechnologie-Boom
Die Zahlen lügen nicht: Europäische Verteidigungs-Startups sammelten 2024 5,2 Milliarden Dollar ein, ein Anstieg von 24 % gegenüber 2023 – und übertreffen sogar die AI-Finanzierung. Mit steigenden geopolitischen Spannungen und der Infragestellung des US-Engagements für die NATO wird diese Zahl wahrscheinlich weiter steigen.
Slesingers frühe Wette auf Europa mag riskant erschienen sein, aber während sich der Kontinent für eine neue Ära des Konflikts rüstet, sieht seine Vision immer mehr nach Weitsicht aus.
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Berkeley, CA | 5. Juni
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