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OpenAI wehrt sich gegen Apple wegen eines rechtlichen Missverständnisses und macht einen externen Anwalt für die fehlgeleitete E-Mail verantwortlich

Der hochbrisante Rechtsstreit um Geschäftsgeheimnisse zwischen Apple und OpenAI eskalierte am 4. August drastisch. Nachdem Apple beim US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien einen Antrag auf eine einstweilige Verfügung sowie auf beschleunigte Beweisaufnahme gestellt hatte, veröffentlichte OpenAI eine direkte Gegendarstellung mit dem Titel „Apple Got It Wrong“. Die Stellungnahme enthielt Screenshots interner E-Mails und iMessage-Protokolle, in denen behauptet wurde, dass Apples Antrag auf eine einstweilige Verfügung auf irreführenden Aussagen und Managementfehlern beruhte.
Der Rechtsstreit begann am 10. Juli, als Apple den ehemaligen leitenden Systemelektronikingenieur Chang Liu und den ehemaligen Vizepräsidenten für Produktdesign Tang Tan – mittlerweile Chief Hardware Officer bei OpenAI – verklagte. Apple warf beiden Personen vor, während ihres Wechsels zu OpenAI und dessen Hardware-Tochtergesellschaft io Products systematisch zentrale Konstruktionspläne, Lieferkettendaten und Fertigungsprozesse für Geräte wie das iPhone und die Apple Watch gestohlen zu haben. Apple beantragte daraufhin eine einstweilige Verfügung, um OpenAI und die ehemaligen Mitarbeiter daran zu hindern, auf vertrauliche Apple-Informationen zuzugreifen oder diese zu nutzen, und forderte zudem eidesstattliche Aussagen. Das Unternehmen argumentierte, dass ihm ohne eine solche Verfügung ein irreparabler und erheblicher Schaden entstehen würde.
Die Antwort von OpenAI widerlegte zwei der Hauptvorwürfe von Apple. Erstens, hinsichtlich der Behauptung von Apple, dass „sie OpenAI kontaktiert, aber keine Antwort erhalten hätten“, enthüllte OpenAI, dass Apples externer Rechtsbeistand die Nachnamen zweier asiatischer Mitarbeiter verwechselt und E-Mails an falsche Empfänger gesendet hatte. Nachdem OpenAI diesen Fehler proaktiv korrigiert hatte, räumte Apples Rechtsabteilung ein, dass sie die Nachrichten tatsächlich an die falschen Personen gesendet hatte. Zweitens, was Apples Behauptung betrifft, dass Chang Liu sich nach seinem Ausscheiden weiterhin in das interne Netzwerk eingeloggt habe, um technische Dateien herunterzuladen: Die von OpenAI offengelegten iMessage-Unterhaltungen zeigten, dass nach Lius Ausscheiden im Januar 2026 ein Apple-Mitarbeiter auf ihn zugegangen war und ihn um Hilfe bei der Suche nach früheren Projektdokumenten und deren Bereitstellung gebeten hatte.
Was Apples missliche Lage noch verschärfte: Die Zugriffsrechte lagen weiterhin bei Apple. OpenAI wies darauf hin, dass Chang Liu nach seinem Ausscheiden aufgrund mangelhafter interner Systemverwaltung bei Apple weiterhin Zugriff auf bestimmte Dateien hatte – konkret wurden die iCloud-Freigabeberechtigungen beim Ausscheiden von Mitarbeitern nicht umgehend widerrufen. Dieses administrative Versehen wurde ironischerweise zur Grundlage für den Vorwurf des „unbefugten Zugriffs“ gegen ehemalige Mitarbeiter.
In seiner Stellungnahme nahm OpenAI kein Blatt vor den Mund: Zwar erkannte OpenAI Apple als großartiges Unternehmen an, das sich durch Liebe zum Detail auszeichnet, argumentierte jedoch, dass diese Klage – geprägt von Nachlässigkeit, Aggression und persönlicher Feindseligkeit – nicht zu dessen Ruf passe. Das Unternehmen erklärte, es besitze keine Geschäftsgeheimnisse von Apple und strebe auch keinen Zugriff darauf an. Nach dem jüngsten Sieg gegen Musk ist diese Konfrontation mit Apple zu einem neuen Brennpunkt im Silicon Valley geworden. Im Kern handelt es sich bei diesem Streit um einen Kampf um Einfluss auf die nächste Generation nativer KI-Hardware-Ökosysteme. Da die Effizienz bei der Inferenz großer Modelle und die Fähigkeiten von Edge-Agenten immer weiter voranschreiten, sind KI-Geräte der nächsten Generation bereit, traditionelle Paradigmen bei Smartphones und App-Betriebssystemen neu zu gestalten. Apple beeilt sich, seine Maßnahmen zum Schutz vertraulicher Informationen zu verstärken, um seine jahrzehntelangen Vorteile in der Lieferkette für Unterhaltungselektronik zu sichern, während OpenAI bestrebt ist, die Unabhängigkeit und die Einhaltung von Vorschriften durch seine Hardware-Sparte unter Beweis zu stellen. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels hat das Bezirksgericht des nördlichen Bezirks von Kalifornien noch nicht über den Antrag auf eine einstweilige Verfügung entschieden, und Apple hat keine öffentliche Stellungnahme abgegeben.
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