Studie zeigt: Spiele nutzen öffentlich KI, was die Spielerbewertungen halbiert

Game Oracle, eine Plattform zur Marktdatenanalyse, hat kürzlich einen Forschungsbericht veröffentlicht, der 9.879 Spiele abdeckt und damit harte Daten für die Debatte darüber liefert, ob „KI dem Ruf von Spielen schadet“. Die Studie zählte Spiele, die zwischen Januar und Oktober 2025 veröffentlicht wurden, und stellte nach Ausschluss von Müllspielen und Kopien fest, dass etwa 17,9 % der Werke ihre Nutzung von KI aktiv offengelegt haben.
Die Datenergebnisse waren ungeschönt. Nach Kontrolle von Variablen wie Verlag, Teamerfahrung und Spielgenre ergab der Bericht, dass Spiele, die KI offen einsetzten, etwa 53 % weniger Spielerbewertungen im Vergleich zu solchen hatten, die vollständig von Menschen entwickelt wurden. Das bedeutet, dass das Interesse der Spieler, Bewertungen abzugeben, erheblich sinkt, sobald sie erfahren, dass ein Spiel einen hohen „KI-Anteil“ aufweist. Das negative Label der KI hat einen weitaus größeren Einfluss auf das kommerzielle Feedback, als erwartet.
„KI-Voreingenommenheit“ diskriminiert: Auch qualitativ hochwertige Spiele sind betroffen
Zu aller Überraschung zeigte sich dieser negative Effekt besonders deutlich bei größeren und erfahreneren Entwicklungsteams. Der Bericht wies darauf hin, dass die Marktleistung von minderwertigen Spielen nahezu keinen Unterschied machte, unabhängig davon, ob sie KI nutzten oder nicht; bei hochwertigen Spielen mit Potenzial, zu Hits zu werden, war die KI-bezogene Voreingenommenheit jedoch real und konnte Projekte, die erfolgreich hätten sein können, ernsthaft behindern.
Der Unterschied zwischen gutem und schlechtem KI-Einsatz ist enorm. „The Finals“ nutzte umfangreich KI, erreichte dennoch großen Erfolg, während die Spielerdiskussionen um „Crazy Taxi“ fast ausschließlich darauf abzielten, dass es „KI verwendet“, wobei der Spielinhalt selbst weitgehend ignoriert wurde. Der Bericht verglich KI mit einem Hammer: „Würde man keinen Hammer verwenden, wenn man einen Schuppen baut? Schlägt man einfach nicht willkürlich auf alles ein.“
Verschleierung und Kontroverse: KI wird zum „unaussprechlichen Geheimnis“ der Branche
Viele Entwickler stimmen der Ansicht nicht zu, dass „KI nur ein gängiges Werkzeug ist“, und die aktuelle Situation in der Branche hat sich aufgrund von Verschleierungsverhalten weiter verkompliziert. Dazu gehört auch Epic-CEO Tim Sweeney; Branchenführer lehnen eine verpflichtende Offenlegung der KI-Nutzung ab, und große Top-Unternehmen investieren weiterhin stark in die KI-Forschung. Sony hat kürzlich sogar stark KI-Tools beworben, die in der Lage seien, „das kreative Potenzial der Studios freizusetzen“.
Erfolgsfälle von KI-unterstützter Entwicklung sind nicht selten, von „Metaphor: ReFantazio“, das Preise gewann, bis hin zu „Red Dead Redemption 2“, das über eine Million Mal verkauft wurde. Dennoch werden die negativen Schlussfolgerungen dieses Berichts die Branche kurzfristig nicht dazu bewegen, ihre Denkweise vollständig zu ändern. Die Rolle und die Grenzen von KI in der Spieleentwicklung werden weiterhin ein langfristiger Streitpunkt zwischen Entwicklern und Spielern bleiben.
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