Googles „Universal Cart“ soll Online-Einkäufe im gesamten Internet nachverfolgen
Auf seiner I/O-Veranstaltung am Dienstag stellte Google „Universal Cart“ vor, eine zentrale Plattform, über die alle Einkäufe an einem Ort verwaltet werden können. Das Unternehmen gab zudem Neuigkeiten zu seinem „Agent Payments Protocol“ (AP2) bekannt und gab einen Ausblick auf Pläne, die Technologie in den kommenden Monaten in Google-Produkte zu integrieren, sodass Nutzer KI-Agenten ermächtigen können, Zahlungen für sie abzuwickeln.
Diese Ankündigungen unterstreichen Googles Bestreben, KI-Assistenten von passiven Tools, die Vorschläge unterbreiten, zu aktiven Teilnehmern im Online-Handel weiterzuentwickeln. Durch die Schaffung eines einheitlichen Einkaufssystems und der Infrastruktur für autonome, agentengesteuerte Käufe will Google eine größere Rolle im gesamten Einkaufsprozess spielen und damit möglicherweise die Dynamik zwischen Verbrauchern und konkurrierenden Händlern neu gestalten.
Mit „Universal Cart“ können Nutzer Produkte, an denen sie interessiert sind, von überall im Google-Ökosystem speichern – egal, ob sie im Web suchen, mit Gemini chatten, YouTube schauen oder Gmail checken. Sobald Artikel hinzugefügt wurden, verfolgt der Warenkorb Angebote, überwacht Preissenkungen, liefert Einblicke in die Preisentwicklung und sendet Benachrichtigungen, wenn ausverkaufte Artikel wieder verfügbar sind.

Bildnachweis:Sarah Perez/TechCrunch
Die Funktion basiert auf einer wichtigen Erkenntnis, die Google gut versteht: Die meisten Menschen kaufen über mehrere Geräte, bei verschiedenen Händlern und über einen längeren Zeitraum hinweg ein.
Der Warenkorb nutzt zudem KI, um bei intelligenteren Kaufentscheidungen zu helfen. Wenn Sie beispielsweise Ihren ersten selbst zusammengestellten PC zusammenstellen, können Sie Komponenten von verschiedenen Händlern in einen Warenkorb legen. Google kann dann auf potenzielle Kompatibilitätsprobleme hinweisen – wie einen Prozessor, der nicht mit dem von Ihnen gewählten Motherboard funktioniert – und geeignete Alternativen vorschlagen.
Für Vielreisende oder diejenigen, die ihre Prämien maximieren möchten, kann die Funktion versteckte Einsparmöglichkeiten aufdecken und Ihnen helfen, mehr Wert aus Ihren Punkten zu ziehen, da sie in Google Wallet integriert ist.

Bildnachweis:Google
Dank Googles offenem Standard „Universal Commerce Protocol“ (UCP) können Nutzer entweder direkt über Google bei teilnehmenden Händlern zur Kasse gehen oder ihre Warenkorbartikel auf die Website eines Händlers übertragen, um den Kauf dort abzuschließen.
Universal Cart startet ab heute in den USA und wird laut Google noch in diesem Sommer in der Gemini-App verfügbar sein, gefolgt von einer Integration in YouTube und Gmail.
Google kündigte außerdem an, dass UCP erweitert wird, um weitere Kategorien wie Hotels und lokale Essenslieferdienste zu unterstützen. UCP-basierte Funktionen werden in den kommenden Monaten über die USA hinaus in Kanada und Australien eingeführt, Großbritannien soll später folgen.
Eine für die E-Commerce-Branche potenziell noch bedeutendere Ankündigung ist AP2, Googles Protokoll, das es KI-Agenten ermöglicht, im Namen eines Nutzers innerhalb vordefinierter Grenzen sicher Zahlungen zu tätigen. Auf der I/O stellte Google detailliert die Einstellungen vor, die Nutzer festlegen können, darunter die Angabe bevorzugter Marken und Produkte sowie ein Ausgabenlimit. Sind diese Bedingungen erfüllt, kann der Agent den Kauf automatisch abwickeln.

Bildnachweis:Sarah Perez/TechCrunch
Google gibt an, AP2 in den kommenden Monaten in seine eigenen Produkte zu integrieren. Dieser Schritt würde Google direkten Einblick in das geben, was Verbraucher entdecken, in Betracht ziehen und letztendlich kaufen – ein Maß an kommerziellem Einfluss, das Einzelhändler und Zahlungsabwickler wahrscheinlich genau beobachten werden.
Technisch gesehen stellt AP2 eine transparente, überprüfbare Verbindung zwischen dem Nutzer, dem Händler und dem Zahlungsabwickler her, wobei die Nutzerdaten während der gesamten Transaktion durch Verschlüsselung geschützt sind. Das Protokoll umfasst zudem manipulationssichere digitale Aufzeichnungen, um sicherzustellen, dass der Agent stets nach den Anweisungen des Nutzers handelt, sowie einen permanenten Prüfpfad, auf den sowohl Käufer als auch Verkäufer bei Rückgaben oder der Beilegung von Streitigkeiten zurückgreifen können.
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