Der Börsengang von Jersey Mike’s offenbart die Absurdität des KI-Hypes

Ich kann den genauen Moment nicht benennen, in dem echte Begeisterung für eine neue Technologie erst zum Hype und dann zu einem „Ach, komm schon“-Moment wird – aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir uns dem nähern, wenn eine Sandwich-Kette mit Danny DeVito als Aushängeschild in ihren Börsenzulassungsunterlagen KI erwähnt.
Genau das ist bei Jersey Mike’s der Fall.
Angesichts des unstillbaren Appetits der Investoren auf alles, was derzeit mit KI zu tun hat, verstehe ich, warum Tech-Unternehmen sich gezwungen sehen, ihre Präsentationen mit KI-Schlagworten zu spicken. Das gilt gleichermaßen für Nicht-KI-Start-ups, die Risikokapital beschaffen, wie auch für den Börsengang von Bending Spoons – einem Unternehmen, das in die Jahre gekommene, „nicht-KI“-Tech-Firmen aufkauft, um sie wieder auf Vordermann zu bringen.
Nur zum Spaß habe ich mir die Börsengang-Unterlagen von Jersey Mike’s angesehen, um zu prüfen, wie weit dieser Drang gehen könnte. Sicherlich müsste ein Sandwich-Laden KI in seinem S-1-Formular nicht erwähnen. Aber siehe da!
Der Begriff „künstliche Intelligenz“ und dessen Abkürzung „KI“ tauchten 22 Mal auf. In diesem Fall kann das Unternehmen nicht behaupten, KI-Software zu verkaufen. Es verkauft Submarine-Sandwiches. KI-Produkte sind das, wonach Investoren wirklich hungrig sind (schreckliches Wortspiel beabsichtigt).
Dennoch hat es das Unternehmen geschafft, KI in seinen Risikohinweisen für Investoren zu erwähnen. Das ist vielleicht sogar noch lustiger. Es wird nicht erklärt, wofür KI eingesetzt wird, das ein Risiko für Investoren darstellen könnte – abgesehen von einer vagen Formulierung: „Wir beginnen damit, KI-Technologien in unserem Geschäft einzusetzen.“
Fairerweise muss man sagen, dass das Unternehmen als Franchisegeber – wie jedes andere Unternehmen auch – auf Software (52 Nennungen) und Daten (112 Nennungen) angewiesen ist. Die KI-Risikowarnung war Standardformulierung, vielleicht sogar notwendig, da ähnliche Katastrophen bereits in anderen Lebensmittelunternehmen passiert sind – wie zum Beispiel das unausgereifte KI-Bestandstool, das Starbucks eingeführt hatte, das nicht zählen konnte und kürzlich ausgemustert wurde.
Dennoch lehne ich mich mal weit aus dem Fenster und sage voraus, dass das Risiko einer KI-Katastrophe für ein Unternehmen, das echte Sandwiches herstellt – und keinen KI-Mist –, in etwa so groß ist wie die Wahrscheinlichkeit, dass ein Franchise-Laden vom Blitz getroffen wird. Das ist übrigens 2021 tatsächlich einem Laden in Texas passiert. Dennoch wurde das Wetter im S-1-Formular nur fünfmal erwähnt. Und Blitzschlag? Nicht ein einziges Mal.
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