Der Erdgasboom bei Meta könnte das Stromnetz von South Dakota ankurbeln

Rechenzentren sind mittlerweile so riesig geworden, dass ihr Stromverbrauch dem ganzer US-Bundesstaaten entspricht. Man denke nur an das Hyperion-KI-Rechenzentrum von Meta: Nach seiner Fertigstellung wird es so viel Strom verbrauchen wie South Dakota.
Meta kündigte kürzlich die Finanzierung von sieben weiteren Erdgaskraftwerken an, zusätzlich zu den drei bereits geplanten, um sein 27-Milliarden-Dollar-Rechenzentrum zu versorgen. Zusammen werden diese zehn Kraftwerke in Louisiana etwa 7,5 Gigawatt Strom produzieren – etwas mehr als die gesamte Kapazität von South Dakota.
Wie viele Tech-Unternehmen wirbt Meta seit langem mit seinem Engagement für Klima und Umwelt. Es veröffentlicht regelmäßig Nachhaltigkeitsberichte und rühmt sich oft mit dem Einkauf von Strom aus erneuerbaren Energien. Es hat sich sogar für zwei Jahrzehnte ein Kernkraftwerk gesichert.
Das Hyperion-Rechenzentrum von Meta in Louisiana wird die Verpflichtungen des Unternehmens auf die Probe stellen.
Erdgas wird oft als „Brückenbrennstoff“ bezeichnet – man baut jetzt ein paar Gaskraftwerke, während erneuerbare Energien, Batterien und Kernkraft rentabler werden. So rechtfertigt Meta diese Entscheidung wahrscheinlich intern.
Doch das Argument des Brückenbrennstoffs gibt es schon seit Jahrzehnten, und es wirkt langsam abgenutzt. Die Kosten für erneuerbare Energien und Batterien sind stark gesunken, während die Preise für Gasturbinen in die Höhe geschossen sind. Meta war in den letzten Jahren ein bedeutender Abnehmer von Solarenergie, Batterien und Kernenergie, was seine massive Wette auf Erdgas umso rätselhafter macht.
TechCrunch hat Meta um eine Stellungnahme gebeten, doch das Unternehmen hat auf mehrere Anfragen nicht reagiert.
Nach Berechnungen von TechCrunch auf der Grundlage von Daten des Energieministeriums werden die riesigen Turbinen in Louisiana jährlich 12,4 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre abgeben. Das sind 50 % mehr als der gesamte CO2-Fußabdruck von Meta im Jahr 2024, dem letzten Jahr, für das Daten vorliegen.
Diese Zahl unterschätzt die Auswirkungen auf das Klima sogar noch, da sie Leckagen in der Erdgas-Lieferkette nicht berücksichtigt.
Methan, der Hauptbestandteil von Erdgas, speichert Wärme 84-mal effektiver als Kohlendioxid. Schon eine Leckagerate von 0,2 % entlang der Lieferkette kann Erdgas klimawirksamer machen als Kohle. In den USA liegt die Methanleckage aus der Erdgasförderung und den Pipelines bei fast 3 %. Das ist alles andere als saubere Energie.
Der jüngste Nachhaltigkeitsbericht von Meta erwähnt Methanleckagen nicht. Tatsächlich steht darin überhaupt nichts über Methan oder Erdgas. Dennoch wird dieser Brennstoff in den kommenden Jahren zu einem der größten Verursacher des CO₂-Fußabdrucks von Meta werden.
Das Unternehmen könnte sein Klimaversprechen noch einhalten, indem es diese Emissionen durch CO₂-Entfernungszertifikate ausgleicht. Doch dafür benötigt es nun weitaus mehr Zertifikate sowie eine transparente Aufstellung darüber, wie viel Methan genau in die Atmosphäre entweichen wird, um seine neuen Kraftwerke zu betreiben.
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