BuzzFeed gründet eine Tochtergesellschaft für KI-basierte Junk-Apps
Inmitten einer schweren Unternehmenskrise startet der ehemalige Digitalmedien-Riese BuzzFeed ein ehrgeiziges Selbstrettungs-Experiment, das auf künstlicher Intelligenz basiert. Auf der jüngsten SXSW-Konferenz kündigte Mitbegründer und CEO Jonah Peretti die Gründung einer Tochtergesellschaft namens Branch Office an, deren Ziel es ist, das Geschäftsmodell „Software als Inhalt“ durch eine Reihe von KI-gesteuerten Verbraucheranwendungen neu zu definieren.
Kernproduktportfolio: Eine Mischung aus Memes und sozialen Medien
Branch Office hat drei Kernanwendungen vorgestellt, die jeweils darauf ausgelegt sind, die fragmentierte Aufmerksamkeit im Zeitalter der Mobilgeräte zu gewinnen:
BF Island: Eine Gruppenchat-Plattform, die KI-gestützte Bildbearbeitung integriert. Ihre größte Stärke ist nicht die Technologie selbst, sondern eine interne Trend- und Meme-Bibliothek, die vom Redaktionsteam von BuzzFeed gepflegt wird. Nutzer können mithilfe von KI ganz einfach Bilder erstellen, die sich auf die aktuellsten Trendthemen beziehen, wie zum Beispiel „McDonald’s CEO tasting“ oder „frame collision“-Events.
Conjure: Diese App, die scherzhaft als „KI-Version von BeReal“ bezeichnet wird, fordert Nutzer auf, bestimmte Alltagsmotive – wie „Bäume und den Mond“ – mithilfe skurriler Sprachbefehle wie „Was würdest du herzaubern?“ zu fotografieren. Ein sogenannter „KI-CEO“ ist an der Entscheidungsfindung beteiligt, was der App einen sehr experimentellen Charakter verleiht.
Quiz Party: Bringt die typischen unterhaltsamen Quizze von BuzzFeed in einen sozialen Kontext und ermöglicht es den Nutzern, gemeinsam mit Freunden Tests zu absolvieren und die Ergebnisse in Echtzeit zu teilen.

Dramatische finanzielle Lage
Der Druck hinter dieser strategischen Neuausrichtung ist offensichtlich. Nur wenige Tage vor der Ankündigung gab BuzzFeed in seinem Finanzbericht bekannt, dass „erhebliche Zweifel“ an der Fortführungsfähigkeit des Unternehmens bestünden. Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete das Unternehmen einen Nettoverlust von 57,3 Millionen US-Dollar und steht nun vor Liquiditätsproblemen. Peretti glaubt, dass KI die Entwicklungszyklen drastisch verkürzen kann, sodass das Unternehmen Apps genauso schnell aktualisieren kann wie Inhalte und so das Nutzerengagement aufrechterhält.

Reaktion des Marktes: Zurückhaltend und skeptisch
Trotz BuzzFeeds Begeisterung für die Vision „Software als Inhalt“ war die Reaktion des Publikums auf der SXSW auffallend verhalten. Während der Vorführung zeigte die Menge kaum Reaktion, was zu einer unangenehmen Stille führte. Viele Teilnehmer stellten die Frage, wie BuzzFeed Erfolg haben könne, wenn Pionier-Apps wie BeReal mit Nutzerabwanderung zu kämpfen hatten und schließlich von Voodoo übernommen wurden
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