Bumble schafft die Wischfunktion ab, sagt der CEO

Könnte die wachsende Unzufriedenheit mit Dating-Apps dem Wischen endlich ein Ende bereiten? Für Bumble scheint es so zu sein.
In einem Interview mit Axios am Donnerstag bestätigte Bumble-CEO Whitney Wolfe Heard, dass das Unternehmen das Wischen abschafft – das Markenzeichen der Dating-Apps der 2010er Jahre.
„Wir verabschieden uns vom Swipen und begrüßen etwas, von dem ich glaube, dass es die Branche revolutionieren wird“, sagte Wolfe Herd.
Bumble plant noch in diesem Jahr eine umfassende Überarbeitung der App, nachdem das Unternehmen in mehreren schwachen Quartalen stetig zahlende Abonnenten verloren hat. Im ersten Quartal dieses Jahres sank die Zahl der zahlenden Nutzer um rund 21 % auf 3,2 Millionen, gegenüber 4 Millionen im Vorjahr.
Eine vollständige Neugestaltung ist ein drastischer Schritt, der den Investoren ein klares Signal sendet, dass die Lage ernst ist. Doch wie jede fähige CEO hat Wolfe Herd einige verbale Verrenkungen vollführt, um Bumbles Verlustkurs als Erfolg darzustellen.
„Die letzten Quartale waren für Bumble eine Zeit echter Transformation“, sagte sie während der Telefonkonferenz zum Quartalsergebnis. „Wir haben unsere Mitgliederbasis bewusst neu ausgerichtet. Wir haben uns dafür entschieden, Qualität vor Quantität zu stellen und uns auf gutwillige, engagierte Nutzer zu konzentrieren. Diese Entscheidung hat unsere Größe verringert, aber die Gesundheit unseres Ökosystems deutlich verbessert.“
Angesichts der früheren Äußerungen von Wolfe Herd zur neuen Ausrichtung von Bumble wird erwartet, dass das Unternehmen verstärkt auf KI setzt – es entwickelt sogar einen KI-Dating-Assistenten namens Bee. Wolfe hat im Laufe der Jahre immer wieder betont, dass KI als „Turbolader für Liebe und Beziehungen“ dienen werde.
Dating-Apps nutzen bereits KI, um zu bestimmen, welche Nutzer einander angezeigt werden. Die Generation Z steht offensichtlichen KI-Funktionen jedoch zunehmend skeptisch gegenüber, und Wolfe Herd hat noch futuristischere Szenarien angedeutet, wie zum Beispiel persönliche KI-Bots, die in deinem Namen mit anderen KI-Bots daten. Es bleibt ungewiss, ob diese „Black Mirror“-ähnlichen Ideen bei Nutzern in ihren 20ern tatsächlich Anklang finden werden. Die Umgestaltung von Bumble soll erst im vierten Quartal dieses Jahres eingeführt werden, daher wird vorerst weiter gewischt.
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