KI-gestützte gesponserte Inhalte tauchen in sozialen Feeds auf

Die sozialen Medien werden von einer endlosen Flut von Verkäufern überschwemmt, von Shein-Anproben bis hin zu Produktplatzierungen für Nahrungsergänzungsmittel und Gadgets. Influencer-Marketing hat die traditionelle Werbung auf den Kopf gestellt und eine Legion von Heimwerbern hervorgebracht, die Inhalte produzieren, um ein großes Publikum anzusprechen. Unterdessen stellen sich Technologieunternehmen eine Zukunft mit noch mehr Automatisierung vor.
TikTok hat neue Funktionen für Symphony angekündigt, seine 2024 eingeführte KI-Werbeplattform. Diese Updates gehen über die einfache Erstellung von Videos und Bildern hinaus – das System kann nun Inhalte produzieren, die den Werken menschlicher Influencer ähneln. Nach Angaben des Unternehmens können Werbetreibende Bilder hochladen, einen Text vorgeben und Videos generieren, in denen digitale Avatare Gegenstände halten, Kleidung vorführen oder die App einer Marke auf einem Smartphone präsentieren. Einige Funktionen, die TikTok-Nutzern bereits bekannt sind, wie beispielsweise die Erstellung eines Videos aus einem einzelnen Foto, werden auch Werbetreibenden zur Verfügung stehen.
Die Integration von KI in die Influencer-Branche war ein schrittweiser Prozess. Werbetreibende können bereits synthetische Charaktere – manchmal nach dem Vorbild realer Personen – einsetzen, um Skripte zu liefern und Marken zu bewerben. Diese neue Reihe von Funktionen führt eine Ebene der Interaktivität ein, wobei virtuelle Avatare sich wie menschliche Influencer verhalten, indem sie Produkte vorführen und verwenden. Für Marken liegt der Reiz in der Kostensenkung und der Automatisierung von Arbeitsabläufen: Ein KI-Avatar verhandelt keine Verträge, und ein Unternehmen kann unbegrenzt Inhalte produzieren, ohne jeden Clip einzeln zu drehen. KI-Tools werden auch für die Zielgruppenansprache, die Ideenfindung für Inhalte und die mehrsprachige Audio-Synchronisation eingesetzt. Während einige Werbetreibende gegenüber KI-generierten Inhalten vorsichtig oder sogar ablehnend sind, signalisiert die Erweiterung der KI-Werbetools durch TikTok das starke Engagement der Plattform. Denn warum sollte man die Affiliate-Einnahmen von TikTok Shop mit Tausenden von Creators teilen, wenn eine Handvoll virtueller Persönlichkeiten die Arbeit erledigen kann?
Für menschliche Influencer stellt der Aufstieg der KI eine doppelte Herausforderung dar: Synthetische Inhalte könnten die Arbeit von Menschen ersetzen, und die Flut von KI-generierten Videos könnte die Gesamtpreise drücken. Bislang spielt die KI jedoch weitgehend hinter den Kulissen eine Rolle. Viele Content-Ersteller geben an, KI für die Bearbeitung, Planung oder Sicherung von Markenpartnerschaften zu nutzen, auch wenn Tech-Unternehmen KI-generierte Profile und Charaktere bewerben. Das Aufkommen von KI-gestützten gesponserten Videos – insbesondere solchen, in denen Kleidung anprobiert oder Apps verwendet werden – verschiebt die Grenzen des Influencer-Marketings. Kann es als echte Empfehlung angesehen werden, wenn der Werbetreibende nicht real ist? Und wenn eine Marke nur einen virtuellen Körper benötigt, um für etwas zu werben, was bedeutet das dann für die menschlichen Creator, wenn die Plattformen, von denen sie abhängig sind, um ihr Einkommen zu erzielen, die günstigste, schnellste und reibungsloseste Option vorantreiben?
TikTok gibt an, dass alle mit seinem Werbetool produzierten Inhalte mit einem KI-generierten Label versehen werden und „mehrere Sicherheitsprüfungen” durchlaufen.
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