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Halluzinationen der KI haben rechtliche Konsequenzen: Baidu muss sich für falsche, von KI generierte Inhalte entschuldigen

Vor kurzem hat ein Fall von Verleumdung durch KI-generierte Inhalte (AIGC) große öffentliche Aufmerksamkeit erregt. Li Xiaoliang, ein praktizierender Rechtsanwalt in Nanjing, Provinz Jiangsu, stellte fest, dass die Funktion „AI Smart Answer“ der Plattform Baidu bei der Suche nach seinem Namen ein schockierendes Ergebnis lieferte. Das System behauptete fälschlicherweise, dass „Rechtsanwalt Li Xiaoliang zu drei Jahren Haft verurteilt wurde“, und zeigte neben dieser falschen Information sogar sein Berufsfoto in Richterrobe an.
Diese erfundene „KI-Halluzination“ ist nicht nur höchst ungenau, sondern schadet auch dem beruflichen Ruf und dem öffentlichen Ansehen des betroffenen Anwalts erheblich.
Gerichtsurteil: Technologischer Fortschritt ist kein Schutz vor Haftung
Als Reaktion auf die Klage wegen Rechtsverletzung argumentierte Baidu, dass KI-„Halluzinationen“ oder Fehler derzeit unvorhersehbare und unvermeidbare technologische Phänomene seien. Das Gericht wies diese Verteidigung jedoch zurück.
Im Jahr 2024 entschied das Volksgericht des Bezirks Jiangbei in Nanjing in erster Instanz, dass die Handlungen der Beijing Baidu Net Information Technology Co., Ltd. eine Verleumdung darstellten. Das Gericht verpflichtete das Unternehmen, eine formelle schriftliche Entschuldigung an den Kläger Li Xiaoliang zu richten. Nachdem Baidu Berufung eingelegt hatte, bestätigte das Mittlere Volksgericht von Nanjing im März 2026 das ursprüngliche Urteil und wies die Berufung zurück.
Neueste Entwicklung: Nichtbefolgung durch den Beklagten führt zu gerichtlicher Vollstreckung
Trotz des rechtskräftigen Urteils kam das Unternehmen seiner gesetzlichen Verpflichtung zur Abgabe der schriftlichen Entschuldigung nicht nach. Infolgedessen reichte Li Xiaoliang kürzlich einen Vollstreckungsantrag beim Volksgericht des Bezirks Jiangbei New District ein.
Berichten zufolge wurden die beteiligten Parteien am 8. Mai vom Gericht darüber informiert, dass das Vollstreckungsverfahren offiziell angenommen wurde. Dies ist das erste Mal, dass ein gerichtliches Vollstreckungsverfahren wegen einer Informationsrechtsverletzung eingeleitet wurde, die auf Fehler in KI-Algorithmen zurückzuführen ist. Dieser Fall dient der Branche als wichtige Mahnung: Internetplattformen, die KI-Technologie nutzen, müssen die entsprechende Verantwortung für die Inhaltsprüfung und Risikokontrolle tragen. Die „Unvorhersehbarkeit“ von Algorithmen kann kein Entschuldigungsgrund für rechtswidriges Verhalten sein.
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