Das Internet stellt sich auf eine maschinenorientierte Nutzung um

Die Cloud-Infrastruktur wurde traditionell für menschliches Verhalten konzipiert – für gleichmäßige, vorhersehbare Muster beim Suchen, Klicken, Scrollen und Streamen. KI-Agenten verhalten sich ganz anders. Sie können plötzliche Aktivitätsspitzen auslösen, indem sie innerhalb von Sekunden zahlreiche Unteragenten generieren, die Hunderte von Datenbanken abfragen, Dokumente durchsuchen und APIs aufrufen, um dann ebenso schnell wieder zu verschwinden.
Ausgehend von dieser Prämisse überarbeitet Amazon einen wesentlichen Teil seiner Cloud-Infrastruktur. Am Donnerstag stellte AWS die nächste Generation von „OpenSearch Serverless“ vor – eine vollständig verwaltete Such- und Vektordatenbank, die für die Speicherung und den Abruf von Informationen in großem Maßstab konzipiert und speziell für agentenbasierte Workloads entwickelt wurde. Laut AWS lässt sich das neue System sofort hochskalieren, wenn Agenten Aufgaben auslösen, und in Ruhephasen wieder auf null zurückskalieren.
Diese Einführung spiegelt eine wachsende Erkenntnis in der gesamten Tech-Branche wider: Eine Infrastruktur, die für ein von Menschen gesteuertes Internet konzipiert wurde, ist in einer Welt, die zunehmend von Agenten geprägt ist, weniger effektiv.
Obwohl KI-Agenten noch immer einen relativ geringen Anteil an der Internetaktivität ausmachen, ist der maschinengenerierte Datenverkehr bereits beträchtlich und wird voraussichtlich weiter zunehmen. Cloudflare berichtet, dass Bots in den vergangenen sechs Monaten 31 % des gesamten HTTP-Datenverkehrs ausmachten. KI-Crawler, Suchmaschinen und Assistenten machten in diesem Zeitraum etwa ein Viertel aller Bot-Anfragen aus.
„Der nicht-menschliche Datenverkehr wird den menschlichen Datenverkehr irgendwann in der ersten Hälfte des Jahres 2027 überholen“, sagte Lai Yi Ohlsen, Senior Product Manager bei Cloudflare, gegenüber TechCrunch.
Auf der Google I/O-Entwicklerkonferenz letzte Woche kündigte das Unternehmen an, dass Nutzer bald Aufgaben an KI-Systeme delegieren können – beispielsweise die Recherche nach Kaufangeboten, die Buchung von Reisen, das Surfen im Internet und die Interaktion mit Apps. Doch der Trend beschränkt sich nicht nur auf verbraucherorientierte KI-Agenten. Unternehmen setzen zunehmend Agenten intern und für ihre Kunden ein, wodurch hinter den Kulissen neue Formen maschinengesteuerten Datenverkehrs entstehen.
Infolgedessen stehen Cloud-Anbieter und Infrastrukturunternehmen vor der Herausforderung, menschenzentrierte Systeme an eine Welt anzupassen, in der Agenten ständig und autonom Informationen abrufen, Tools aufrufen und maschinellen Datenverkehr generieren.
Hier kommt der neue OpenSearch Serverless von AWS ins Spiel.
„Der Zeitpunkt ist klar. Agenten wechseln von der Testphase in den Produktivbetrieb und erzeugen Datenverkehrsmuster, für deren Bewältigung die bisherige Infrastruktur nicht ausgelegt war“, erklärte Tia White, General Managerin für Amazon OpenSearch Service, gegenüber TechCrunch. „Sie steigen ohne Vorwarnung sprunghaft an, gehen ohne Vorankündigung in den Leerlauf über, und Unternehmen benötigen ein Suchsystem, das Schritt hält, ohne dass sie für ungenutzte oder im Leerlauf befindliche Rechenleistung bezahlen müssen.“
Die entscheidende technische Neuerung dieser neuen Generation ist die Entkopplung von Rechenleistung und Speicher. Dadurch lässt sich die Rechenleistung innerhalb von Sekunden hochskalieren, um Spitzen im Agent-Datenverkehr zu bewältigen, und auf null zurückskalieren – was bedeutet, dass Kunden nichts bezahlen, wenn die Agenten im Leerlauf sind.
„Früher, selbst in unserer früheren Serverless-Version, musste mindestens eine Instanz laufen, da Speicher und Rechenleistung gekoppelt waren“, so White. „Man konnte die Rechenleistung nicht automatisch in der erforderlichen Menge hochfahren, sodass man immer ungenutzte Rechenleistung für seine Workload reserviert hatte – unabhängig davon, ob man sie nutzte oder nicht.“
Stellen Sie sich das so vor, als würden Sie immer für einen Parkplatz bezahlen, auch wenn er leer ist. Mit dem verbesserten Serverless von AWS ist es eher so, als würde man für einen Parkplatz mit Parkuhr bezahlen.
Zum Start wird OpenSearch Serverless nativ in KI-Entwicklungsplattformen wie Vercel und Kiro integriert sein, sodass Entwickler produktionsreife Such- und Vektor-Backends für Agenten bereitstellen können, ohne sich um die Infrastruktur kümmern zu müssen.
Dieser Wandel zeichnet sich in der gesamten Cloud-Branche ab. Databricks und Snowflake positionieren sich neu als KI-Speicher- und Abrufsysteme für Unternehmensdaten. Microsoft hat Azure-Updates eingeführt, die darauf ausgelegt sind, Spitzenauslastungen durch KI-Agenten zu bewältigen und Speicher zwischen den Agenten gemeinsam zu nutzen. Cloudflare hat, ähnlich wie Amazon, im vergangenen Monat eine Infrastruktur vorgestellt, die darauf ausgelegt ist, Agenten dauerhafte Umgebungen und sofortige Skalierbarkeit zu bieten.
Je mehr Unternehmen KI-Agenten einsetzen, desto größer wird der Druck, die Infrastruktur auf maschinengenerierte Workloads auszurichten – was wiederum dazu führen könnte, dass Agenten kostengünstiger und einfacher in großem Maßstab bereitgestellt werden können.
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