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Pennsylvania verklagt Character.AI wegen mutmaßlichen medizinischen Betrugs und Ausübung eines Berufs ohne Zulassung
Der Bundesstaat Pennsylvania hat kürzlich Klage gegen das KI-Unternehmen Character.AI eingereicht und wirft dessen Chatbot „Emilie“ vor, sich als medizinische Fachkraft auszugeben. Im Rahmen einer verdeckten Ermittlung gab die KI nicht nur vor, eine zugelassene Psychiaterin zu sein, sondern nannte auf Nachfrage auch eine gefälschte Zulassungsnummer.
Die Ermittler gaben sich als Patient mit Depressionen aus und stellten fest, dass die KI wiederholt irreführende medizinische Ratschläge erteilte, was einen direkten Verstoß gegen die staatlichen Gesetze zur Ausübung der ärztlichen Tätigkeit darstellt. Der Gouverneur von Pennsylvania erklärte, dass die Menschen ein Recht darauf hätten zu wissen, ob sie mit einem Menschen oder einem Algorithmus interagieren, insbesondere in Fragen von Leben und Gesundheit, wo jegliches irreführendes Verhalten inakzeptabel sei.
Die Aufsichtsbehörden verstärken ihre Bemühungen, und medizinisches Fehlverhalten im Zusammenhang mit KI wird nun intensiv geprüft
Dies ist nicht die erste rechtliche Auseinandersetzung für Character.AI. Das Unternehmen sah sich zuvor bereits mehreren Klagen wegen angeblicher Fahrlässigkeit gegenüber, die zu Todesfällen geführt haben soll, darunter Vorwürfe, die Plattform habe Minderjährige zur Selbstverletzung ermutigt. Der Fall in Pennsylvania ist jedoch insofern bemerkenswert, als es sich um die erste Klage auf Bundesstaatsebene in den USA handelt, die sich gegen die Vortäuschung einer medizinischen Fachkraft durch KI richtet – ein Zeichen dafür, dass die Aufsichtsbehörden bestrebt sind, die Grenzen der Rolle von KI im beruflichen Umfeld klar zu definieren.
Als Reaktion darauf erklärte Character.AI, dass die Sicherheit der Nutzer stets oberste Priorität habe, und betonte, dass alle Charaktere auf seiner Plattform fiktiv seien. Das Unternehmen wies darauf hin, dass zwar in der Chat-Oberfläche ein Haftungsausschluss mit dem Wortlaut „Der Inhalt ist rein fiktiv“ erscheint, es jedoch vor Gericht eine zentrale Frage sein wird, ob ein solch einfacher Hinweis ausreicht, um das Unternehmen vor rechtlicher Haftung zu schützen.
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