Meta lehnt Teilnahme an freiwilligen KI-Standards der EU ab

Meta hat angekündigt, den freiwilligen Verhaltenskodex der Europäischen Union für künstliche Intelligenz nicht zu unterstützen, und warnt, dass „Europa einen falschen Ansatz bei der Regulierung von KI verfolgt“. Der am 10. Juli veröffentlichte Kodex enthält unverbindliche Leitlinien, die Unternehmen dabei helfen sollen, sich vor Inkrafttreten der neuen Vorschriften des AI Act für allgemeine KI-Modelle darauf einzustellen.
„Nach einer gründlichen Prüfung des Verhaltenskodexes der Europäischen Kommission für Allzweck-KI-Modelle hat Meta beschlossen, ihn nicht zu unterzeichnen“, erklärte Joel Kaplan, Leiter Global Affairs bei Meta, in einem Beitrag auf LinkedIn. „Dieser Kodex schafft erhebliche rechtliche Unklarheiten für Entwickler und stellt Anforderungen, die weit über den beabsichtigten Anwendungsbereich des KI-Gesetzes hinausgehen.“
Obwohl der Kodex nicht rechtsverbindlich ist, versichert die EU, dass unterzeichnende Unternehmen „geringere Verwaltungskosten und mehr regulatorische Klarheit“ erfahren werden, was ihnen einen Vorteil gegenüber Nichtunterzeichnern verschafft, die möglicherweise einer verstärkten Kontrolle unterliegen. OpenAI hat angekündigt, die Vereinbarung unterzeichnen zu wollen.
Diese Entwicklung geht der am 2. August in Kraft tretenden AI Act voraus, die allgemeine KI-Anbieter dazu verpflichtet, Details zum Modelltraining und zu Sicherheitsrisiken offenzulegen und gleichzeitig die EU- und nationalen Urheberrechtsgesetze einzuhalten. Verstöße können mit Geldstrafen von bis zu sieben Prozent des weltweiten Jahresumsatzes eines Unternehmens geahndet werden.
Kaplan brachte die Sorge von Meta zum Ausdruck, dass die wegweisenden KI-Vorschriften der EU die Weiterentwicklung und Einführung modernster KI-Modelle in Europa behindern und konforme europäische Unternehmen in eine Wettbewerbsnachteil bringen könnten. Diese Bedenken spiegeln die Stimmung in einem kürzlich veröffentlichten Brief von über 45 Unternehmen und Organisationen wider, darunter Airbus, Mercedes-Benz, Philips und ASML, in dem eine zweijährige Verschiebung der Umsetzung des KI-Gesetzes gefordert wurde, um Unsicherheiten hinsichtlich der Einhaltung der Vorschriften zu beseitigen.
Das Bestreben der EU nach einer strengeren KI-Governance steht im Gegensatz zum regulatorischen Umfeld in den USA, wo die aktuellen Richtlinien solche Hindernisse abbauen. Die Entscheidung von Meta, den EU-Kodex abzulehnen, war in gewisser Weise zu erwarten, da das Unternehmen mit erheblichen EU-Geldstrafen konfrontiert war und generell einen lockereren Regulierungsansatz für Technologie befürwortet.
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