Agile Robots geht neue Partnerschaft mit Google DeepMind ein

Agile Robots ist eine Partnerschaft mit Google DeepMind eingegangen, um gemeinsam fortschrittliche Robotersysteme zu entwickeln, und reiht sich damit in eine wachsende Zahl von Robotikunternehmen ein, die mit dem KI-Forschungslabor zusammenarbeiten.
Das in München ansässige Unternehmen Agile Robots gab am Dienstag eine strategische Forschungsallianz mit Google DeepMind bekannt. Im Rahmen der Zusammenarbeit wird Agile Robots die Gemini-Robotics-Grundmodelle von Google DeepMind in seine Systeme integrieren. Im Gegenzug werden die von diesen Robotern gesammelten Betriebsdaten genutzt, um die zentralen Gemini-KI-Modelle zu verfeinern und zu verbessern.
Gemeinsam werden die Unternehmen Roboter testen, optimieren und einsetzen, die auf den Gemini-Grundmodellen basieren und für industrielle Anwendungen bestimmt sind. Zu den Zielbranchen zählen die Elektronikfertigung, die Automobilindustrie, Rechenzentren und die Logistik.
„Mit über 20.000 weltweit eingesetzten Robotiklösungen hat Agile Robots skalierbare intelligente Automatisierung unter Beweis gestellt“, sagte Zhaopeng Chen, Mitbegründer und CEO von Agile Robots, in der offiziellen Ankündigung. „Die nächste große Herausforderung sind autonome, intelligente Produktionssysteme, die ganze Branchen verändern können. Die Einbindung der Gemini-Robotics-Modelle von Google DeepMind in unsere Lösungen verschafft uns eine Vorreiterrolle in diesem schnell wachsenden Markt.“
Ein Unternehmenssprecher bestätigte, dass es sich um eine langfristige Vereinbarung handelt, gab jedoch keine weiteren Einzelheiten zur Laufzeit oder zu den finanziellen Bedingungen bekannt.
Agile Robots wurde 2018 gegründet und hat sich mehr als 270 Millionen US-Dollar an Risikokapital gesichert. Zu den namhaften Investoren zählen der SoftBank Vision Fund, der chinesische Elektronikriese Xiaomi und die Midas Group.
Agile Robots ist der jüngste Roboterhardware-Hersteller, der sich mit Google DeepMind für technologischen Fortschritt zusammengeschlossen hat.
Anfang dieses Jahres kündigte das zu Hyundai gehörende Unternehmen Boston Dynamics – Entwickler des bekannten Spot-Roboters – eine ähnliche Partnerschaft an. Ziel der Zusammenarbeit ist es, die KI-Grundmodelle von Google DeepMind bei der Entwicklung seines humanoiden Roboters der nächsten Generation, Atlas, zu nutzen. Google war zuvor von 2013 bis 2017 Eigentümer von Boston Dynamics.
Partnerschaften im Bereich Robotik haben in diesem Jahr erheblich an Dynamik gewonnen. Anfang März gab das deutsche Start-up Neura Robotics eine Vereinbarung mit Qualcomm bekannt. Die Vereinbarung sieht vor, die kürzlich von Qualcomm vorgestellte IQ10-Prozessorserie, die für mobile und humanoide Roboter entwickelt wurde, als Referenzdesign für die zukünftigen Produkte von Neura zu nutzen.
Angesichts der immensen Komplexität der Robotik – die sowohl Hardware als auch Software umfasst – sind solche Kooperationen von hoher strategischer Bedeutung. Da die Branche auf einen vollständig autonomen Betrieb zusteuert, ist es logisch, dass Unternehmen mit speziellen Stärken, sei es in den Bereichen Hardware, Geschicklichkeit oder KI-Software, sich mit Partnern zusammenschließen, die über komplementäres Fachwissen verfügen.
Da viele Branchenführer, darunter Nvidia-CEO Jensen Huang, physische KI als die nächste große Herausforderung für den KI-Markt identifizieren, werden solche Partnerschaften in den kommenden Jahren wahrscheinlich nicht nur bestehen bleiben, sondern sogar zunehmen.
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