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Hauptinvestor von Suno: Das Löschen von Beiträgen wird die Lücke bei Urheberrechtsklagen nicht schließen

Die mit Spannung erwartete KI-Plattform zur Musikgenerierung „Suno“ steht vor einem harten Rechtsstreit um Urheberrechte, und eine unverblümte Äußerung ihres Hauptinvestors könnte der Gegenseite genau die Beweise geliefert haben, auf die sie gehofft hatte. C.C. Gong, Partner bei Menlo Ventures (Sunos Hauptinvestor), löschte kürzlich einen Tweet, der in direktem Widerspruch zur aktuellen Rechtsverteidigungsstrategie des Unternehmens stand.
In früheren Urheberrechtsstreitigkeiten stützte sich Sunos Verteidigung stark auf das Argument des „fair use“ und behauptete, dass KI-generierte Musik lediglich ein „Werkzeug“ sei, das nicht direkt mit urheberrechtlich geschützten Originalwerken konkurriere oder zu Nutzerabwanderung führe. Am 26. Februar schrieb C.C. Gong jedoch: „Ich habe den Großteil meiner Hörzeit auf Suno verlagert, weil ich die sich wiederholenden Empfehlungen von Spotify satt habe.“
Der Tweet erregte schnell die Aufmerksamkeit von Urheberrechtsinhabern. Ed Newton-Rex, Gründer der gemeinnützigen Organisation Fairly Trained, sagte: „Jeder vernünftige Beobachter kann erkennen, dass KI-Modelle, die mit urheberrechtlich geschützter Musik trainiert wurden, den Marktwert von Originalwerken beeinträchtigen. Dennoch ist es immer noch schockierend zu sehen, dass Sunos Hauptinvestor dies offen zugibt.“
Derzeit steht Suno unter Beschuss von mehreren Seiten. Obwohl das Unternehmen im vergangenen November eine Einigung mit Warner Music (WMG) erzielt hat, gewann die deutsche Musikrechteorganisation GEMA ein erstes Urteil vor einem Landgericht, in dem sie Suno vorwirft, keine Urheberrechtsgebühren zu zahlen. Analysten sind der Ansicht, dass die Aussage des Hauptinvestors – wonach „Suno Spotify bereits als bevorzugte Wahl für das Musikhören abgelöst hat“ – das Argument der Urheberrechtsinhaber hinsichtlich des „Marktsubstitutionseffekts“ erheblich gestärkt hat.
Zudem äußerte sich Mikey Shulman, CEO von Suno, einst mit kontroversen Bemerkungen wie „die meisten Menschen haben keinen Spaß am Prozess des Musikmachens“. Diese reduktive Logik, die „kreative Kultur“ auf „Inhaltskonsum“ vereinfacht, stößt nun in der Musikindustrie und unter Neurowissenschaftlern auf breite Ablehnung. Obwohl der Jahresumsatz von Suno 300 Millionen Dollar überschritten hat und das Unternehmen 2 Millionen zahlende Nutzer vorweisen kann, beginnt dieser rechtliche und moralische Kampf um den Wert menschlicher Kreativität gerade erst, sich zuzuspitzen.
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