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Ein Fehler im Google Gemini Voice Assistant ermöglicht es Hackern, korrumpierte Audionachrichten zu nutzen, um die KI zu manipulieren.

Smart Homes sowie Sprachassistenten sind zu Hauptzielen für Hacker geworden. Das Cybersicherheitsunternehmen SafeBreach gab kürzlich bekannt, dass Googles intelligenter Sprachassistent Gemini eine äußerst heimtückische Sicherheitslücke aufweist. Angreifer können sorgfältig gestaltete Benachrichtigungsnachrichten über alltägliche Kanäle wie WhatsApp und SMS senden, wodurch der Sprachassistent dazu manipuliert werden kann, ohne Wissen des Nutzers unbefugte Aktionen auszuführen. Dazu gehört beispielsweise die Übernahme der Kontrolle über Smart-Home-Geräte oder die Änderung der Kontaktliste.
SafeBreach bezeichnet diese Sicherheitsbedrohung als „Fake Context Alignment“. Das Entwicklerteam hatte die Lücke bereits im August letzten Jahres entdeckt und sie bei Google gemeldet. Google führte anschließend Mitte November einen Notfallfix ein, indem es den Mechanismus zur Klassifizierung von Inhalten aktualisierte. Dennoch dient die Angriffslogik hinter dieser Lücke weiterhin als Warnung für die aktuelle Sicherheit von Edge-AI-Systemen.
Aus technischer Sicht liegt der Kern dieses Angriffs darin, eine logische Schwäche im Sicherheitsmechanismus „Delayed Tool Invocation“ von Gemini auszunutzen. Einfach ausgedrückt führen Hacker praktisch einen „Jailbreak“ direkt vor den Augen des Nutzers durch, täuschen das System mit raffinierten Verkleidungen und lassen Gemini fälschlicherweise glauben, der Nutzer habe eine sensible Aktion persönlich genehmigt.
In der Praxis nutzen Hacker hauptsächlich zwei äußerst täuschende Techniken. Die erste nutzt Informationsasymmetrien durch „mehrsprachige Verwirrung“. Wenn beispielsweise ein chinesischer Nutzer, der Thailändisch nicht versteht, in Thailand reist, kann er eine Phishing-Benachrichtigung erhalten, die sowohl auf Chinesisch als auch auf Thailändisch geschrieben ist. Der sichtbare Text lautet „Möchten Sie das Licht einschalten?“, gefolgt von einem Block thailändischer Zeichen. Die Opfer betrachten die unlesbaren thailändischen Zeichen oft als Systemmüll und vertrauen daher der chinesischen Anweisung, indem sie dem Sprachassistenten mit „Ja“ antworten. Tatsächlich bedeutet der thailändische Text jedoch, dass die KI den vorherigen Text ignorieren und umgehend die Stromversorgung im Raum abschalten soll.
Die zweite Angriffsmethode zielt gezielt auf Schwachstellen in der Sprachinteraktion ab. Da Gemini bei der Verarbeitung von reichhaltigem Textinhalt die URLs von Hyperlinks nicht automatisch vorliest, verbergen Hacker bösartige Befehle innerhalb scheinbar normaler Text-Hyperlinks. Der Nutzer hört dabei eine sehr alltägliche Anfrage, doch sobald er mit „Ja“ antwortet, behandelt das System dies als Genehmigung der in dem Hyperlink enthaltenen sensiblen Anweisungen.
Sicherheitsexperten warnen davor, den potenziellen Schaden dieser „falschen Kontext“-Lücken zu unterschätzen. Durch solche Angriffe können Hacker unbefugt die Kontrolle über die Smart-Cars oder Smart-Home-Geräte der Opfer übernehmen und außerdem heimlich Telefonnummern in der Kontaktliste ändern, was den Weg für umfangreichere Sozialingenieurskriminalität ebnet. Dies unterstreicht zudem bestehende Sicherheitslücken bei gängigen KI-Assistenten bei der Handhabung mehrsprachiger Kontexte, interaktiver Texte mit Spracheinbindung sowie des Mechanismus zur doppelten Benutzerfreigabeverifizierung, die dringend behoben werden müssen.
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