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Das US-Militär bleibt Claude treu, während Kunden aus dem Bereich Verteidigungstechnik abwandern

Die Folgen des Streits zwischen Anthropic und dem Verteidigungsministerium haben das Unternehmen in eine prekäre Lage gebracht. Seine Technologie wird aktiv im andauernden Konflikt zwischen den USA und dem Iran eingesetzt, während das Unternehmen gleichzeitig die Beziehungen zu zahlreichen Kunden aus der Rüstungsindustrie abbricht.
Diese Verwirrung rührt von sich überschneidenden und widersprüchlichen Beschränkungen der US-Regierung her. Während Präsident Trump zivilen Behörden anordnete, die Nutzung von Anthropic-Produkten einzustellen, wurde dem Unternehmen eine sechsmonatige Frist eingeräumt, um seine Zusammenarbeit mit dem Pentagon auslaufen zu lassen. Bereits am nächsten Tag eskalierten die Feindseligkeiten durch einen überraschenden US-israelischen Angriff auf Teheran, noch bevor die Anweisung vollständig umgesetzt werden konnte.
Infolgedessen fließen die Modelle von Anthropic in zahlreiche Entscheidungen zur Zielauswahl ein, während die US-Luftangriffe gegen den Iran weitergehen. Obwohl Verteidigungsminister Pete Hegseth versprochen hat, das Unternehmen als Risiko für die Lieferkette einzustufen, wurden keine formellen Maßnahmen ergriffen, sodass der derzeitigen Nutzung des Systems keine rechtlichen Hindernisse im Wege stehen.
Ein kürzlich erschienener Artikel der Washington Post enthüllte neue Details darüber, wie die Systeme von Anthropic mit der Maven-Plattform von Palantir zusammenarbeiten. Während der Angriffsplanung des Pentagons sollen diese Systeme „Hunderte von Zielen vorgeschlagen, präzise Koordinaten geliefert und diese nach Priorität geordnet“ haben. Die Post beschrieb diese Funktion als „Echtzeit-Zielauswahl und Zielpriorisierung“.
Gleichzeitig sind viele Unternehmen aus dem Verteidigungsbereich bereits von Anthropic auf Konkurrenzmodelle umgestiegen. Lockheed Martin und andere große Auftragnehmer haben diese Woche damit begonnen, die Technologie des Unternehmens zu ersetzen. Zahlreiche Subunternehmer stehen vor einem ähnlichen Dilemma; ein Partner einer Investmentfirma erklärte gegenüber CNBC, dass zehn seiner Portfoliounternehmen „die Nutzung von Claude für Verteidigungsanwendungen eingestellt haben und aktiv auf alternative Dienste umsteigen“.
Die wichtigste noch offene Frage ist, ob Minister Hegseth die Einstufung als Risiko für die Lieferkette durchsetzen wird – ein Schritt, der wahrscheinlich einen großen Rechtsstreit auslösen würde. Vorerst wird ein führendes KI-Labor rasch aus der Militärtechnologie verdrängt – obwohl seine Systeme in einem aktiven Kriegsgebiet im Einsatz sind.
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