Heim
Die „Encyclopedia Britannica“ verklagt OpenAI wegen angeblicher Ausbeutung von Wissen im Zuge des technologischen Wandels

Da sich die Urheberrechtsstreitigkeiten in der KI-Branche zuspitzen, bleiben die traditionellen Hüter des Wissens nicht länger untätig. Am kommenden Freitag haben die weltweit angesehene Encyclopedia Britannica und ihre Tochtergesellschaft Merriam-Webster offiziell Klage eingereicht und werfen OpenAI vor, ihr urheberrechtlich geschütztes Material ohne Genehmigung für das Training „umfangreicher“ KI-Modelle verwendet zu haben.
Dies ist ein weiterer bedeutender rechtlicher Schritt, nachdem die beiden Institutionen im vergangenen Jahr bereits die KI-Suchmaschine Perplexity verklagt hatten. Laut der Klageschrift wirft die Encyclopedia Britannica OpenAI vor, fast 100.000 Online-Artikel, Enzyklopädieeinträge und Wörterbuchdefinitionen illegal kopiert zu haben, um seine GPT-Reihe großer Sprachmodelle zu trainieren.
Verlust von Besucherzahlen und fast wörtliches „Plagiat“
Der Kläger führt in der Klage mehrere Beispiele an und weist darauf hin, dass ChatGPT bei der Beantwortung von Nutzeranfragen Antworten generiert, die fast identisch mit Inhalten der Encyclopedia Britannica sind. Noch beunruhigender für die Verlage ist, dass die KI-generierten Zusammenfassungen die Fragen der Nutzer direkt innerhalb der Chat-Oberfläche beantworten und so den Traffic abziehen, der früher auf die Website der Enzyklopädie floss – was deren trafficabhängiges Erlösmodell direkt untergräbt.
Falsche Quellenangabe: Ein neuer Klagegrund nach dem Lanham Act
Über die Urheberrechtsverletzung hinaus beruft sich die Klage auch auf Markenbestimmungen gemäß dem Lanham Act. Die Kläger machen geltend, dass ChatGPT gelegentlich Fakten erfindet (das sogenannte „Halluzinations“-Phänomen) und diese erfundenen Fakten fälschlicherweise der „Encyclopedia Britannica“ zuschreibt. Dieses irreführende Verhalten schadet nicht nur dem Ruf der Enzyklopädie als autoritative Quelle, sondern führt die Öffentlichkeit auch zu der irrtümlichen Annahme, dass die Nutzung ihrer Inhalte offiziell genehmigt oder befürwortet wurde.
Die Zukunft der KI-Branche inmitten eines juristischen Sturms
Derzeit sehen sich KI-Giganten wie OpenAI und Anthropic einer Welle von Klagen seitens Autoren, Verlagen und Nachrichtenorganisationen gegenüber. Auch wenn einige Richter das Training von KI bisher als „transformativ“ eingestuft haben, bleibt die Verwendung von Raubkopien weiterhin illegal. So zahlte Anthropic beispielsweise einmal eine Vergleichssumme in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar, weil das Unternehmen raubkopierte E-Books zum Trainieren seiner Modelle verwendet hatte.
Nun, da traditionelle Wissensinstanzen rechtliche Schritte einleiten, stehen die „Black-Box“-Praktiken generativer KI-Unternehmen – die sich lange geweigert haben, ihre Trainingsdatenquellen offenzulegen – unter beispielloser Beobachtung. Der Ausgang dieses Rechtsstreits wird das Kräfteverhältnis zwischen der zukünftigen KI-Branche und den traditionellen Urheberrechtsinhabern unmittelbar prägen.
Verwandter Artikel
Meta möchte, dass Ihr nächstes Gadget mit Muse-Technologie ausgestattet ist
Metas Muse, ein KI-Assistent, der Buchungen für Reisen, Formularübermittlungen und Einkäufe übernimmt, hat eine weit verbreitete Akzeptanz gefunden, doch eine neue Initiative könnte insbesondere Entwickler und Hardware-Enthusiasten interessieren.Am
Wan-Streamer v0.2 bietet ultra-niedrige Latenz für KI-Chats
Da sich die moderne Technologie rasch weiterentwickelt, wird die Interaktion zwischen Mensch und KI immer häufiger. Traditionelle Videoanrufe kämpfen oft mit Verzögerungen, Latenzzeiten und einer Synchronisationslücke zwischen Audio und Video. Wan-St
Meta schließt sich TSMC und Micron an, um neue Server mit alter Speicherhardware auszustatten
Während die Einführung künstlicher Intelligenz weltweit voranschreitet, herrscht bei dem nächsten Generation DDR5-Speicher eine kritische Knappheit. Um Verzögerungen beim Aufbau von KI-Rechenzentren zu vermeiden, hat Meta mit Branchenführern wie TSMC
Empfehlungen zu verwandten Spezialthemen
Kommentare (0)

Da sich die Urheberrechtsstreitigkeiten in der KI-Branche zuspitzen, bleiben die traditionellen Hüter des Wissens nicht länger untätig. Am kommenden Freitag haben die weltweit angesehene Encyclopedia Britannica und ihre Tochtergesellschaft Merriam-Webster offiziell Klage eingereicht und werfen OpenAI vor, ihr urheberrechtlich geschütztes Material ohne Genehmigung für das Training „umfangreicher“ KI-Modelle verwendet zu haben.
Dies ist ein weiterer bedeutender rechtlicher Schritt, nachdem die beiden Institutionen im vergangenen Jahr bereits die KI-Suchmaschine Perplexity verklagt hatten. Laut der Klageschrift wirft die Encyclopedia Britannica OpenAI vor, fast 100.000 Online-Artikel, Enzyklopädieeinträge und Wörterbuchdefinitionen illegal kopiert zu haben, um seine GPT-Reihe großer Sprachmodelle zu trainieren.
Verlust von Besucherzahlen und fast wörtliches „Plagiat“
Der Kläger führt in der Klage mehrere Beispiele an und weist darauf hin, dass ChatGPT bei der Beantwortung von Nutzeranfragen Antworten generiert, die fast identisch mit Inhalten der Encyclopedia Britannica sind. Noch beunruhigender für die Verlage ist, dass die KI-generierten Zusammenfassungen die Fragen der Nutzer direkt innerhalb der Chat-Oberfläche beantworten und so den Traffic abziehen, der früher auf die Website der Enzyklopädie floss – was deren trafficabhängiges Erlösmodell direkt untergräbt.
Falsche Quellenangabe: Ein neuer Klagegrund nach dem Lanham Act
Über die Urheberrechtsverletzung hinaus beruft sich die Klage auch auf Markenbestimmungen gemäß dem Lanham Act. Die Kläger machen geltend, dass ChatGPT gelegentlich Fakten erfindet (das sogenannte „Halluzinations“-Phänomen) und diese erfundenen Fakten fälschlicherweise der „Encyclopedia Britannica“ zuschreibt. Dieses irreführende Verhalten schadet nicht nur dem Ruf der Enzyklopädie als autoritative Quelle, sondern führt die Öffentlichkeit auch zu der irrtümlichen Annahme, dass die Nutzung ihrer Inhalte offiziell genehmigt oder befürwortet wurde.
Die Zukunft der KI-Branche inmitten eines juristischen Sturms
Derzeit sehen sich KI-Giganten wie OpenAI und Anthropic einer Welle von Klagen seitens Autoren, Verlagen und Nachrichtenorganisationen gegenüber. Auch wenn einige Richter das Training von KI bisher als „transformativ“ eingestuft haben, bleibt die Verwendung von Raubkopien weiterhin illegal. So zahlte Anthropic beispielsweise einmal eine Vergleichssumme in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar, weil das Unternehmen raubkopierte E-Books zum Trainieren seiner Modelle verwendet hatte.
Nun, da traditionelle Wissensinstanzen rechtliche Schritte einleiten, stehen die „Black-Box“-Praktiken generativer KI-Unternehmen – die sich lange geweigert haben, ihre Trainingsdatenquellen offenzulegen – unter beispielloser Beobachtung. Der Ausgang dieses Rechtsstreits wird das Kräfteverhältnis zwischen der zukünftigen KI-Branche und den traditionellen Urheberrechtsinhabern unmittelbar prägen.
Meta möchte, dass Ihr nächstes Gadget mit Muse-Technologie ausgestattet ist
Metas Muse, ein KI-Assistent, der Buchungen für Reisen, Formularübermittlungen und Einkäufe übernimmt, hat eine weit verbreitete Akzeptanz gefunden, doch eine neue Initiative könnte insbesondere Entwickler und Hardware-Enthusiasten interessieren.Am
Wan-Streamer v0.2 bietet ultra-niedrige Latenz für KI-Chats
Da sich die moderne Technologie rasch weiterentwickelt, wird die Interaktion zwischen Mensch und KI immer häufiger. Traditionelle Videoanrufe kämpfen oft mit Verzögerungen, Latenzzeiten und einer Synchronisationslücke zwischen Audio und Video. Wan-St
Meta schließt sich TSMC und Micron an, um neue Server mit alter Speicherhardware auszustatten
Während die Einführung künstlicher Intelligenz weltweit voranschreitet, herrscht bei dem nächsten Generation DDR5-Speicher eine kritische Knappheit. Um Verzögerungen beim Aufbau von KI-Rechenzentren zu vermeiden, hat Meta mit Branchenführern wie TSMC











